Wer bestellt, zahlt

Ob es in der Redensart um die „Musik“ oder bei der Wohnungssuche um den Makler geht. Es gilt das gleiche Prinzip: Wer bestellt, zahlt auch.

Das Bestellerprinzip hat Hochkonjunktur: Im Zusammenhang mit Immobiliengeschäften ist es in der aktuellen Diskussion, während es bei der Vermietung von Wohnungen schon seit einigen Jahren für die Tragung der Maklerkosten gilt. Hierdurch soll nicht nur für mehr Gerechtigkeit erreicht werden, sondern für das Bestellerprinzip in der Immobilienwirtschaft wird auch mit dem Argument geworben, dass dies zu einem echtem Qualitäts- und Preiswettbewerb bei Maklern führe.

Ob es um den Einsatz von Gewerkschaftern für die Interessen der vertretenen Arbeitnehmer geht, die drastische Senkung der Kosten des Straßenbaus oder die Entschuldung von Kommunen – hier soll ganz selbstverständlich gelten, was im Bereich des öffentlich-rechtlichen Rundfunks bisher noch Zukunft ist: Nur noch der Zuschauer bezahlt für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, der ihn auch hören oder sehen will. Technisch überhaupt kein Problem.

Wen weder Sportereignisse, Tatorte in Endlosschleife, Rosamunde-Pilcher-Verfilmungen, peinliche Spielshows, Volksmusik oder parteiisches Infotainment à la ARD und ZDF locken, wer sich deshalb seine Unterhaltung und Informationen aus anderen Quellen besorgt, hat keine Veranlassung für ein derartiges Angebot zu bezahlen.

Oder müssen Sie monatlich eine feste Gebühr an ihr örtliches deutsches, italienisches, asiatisches oder auch türkisches Restaurant bezahlen, nur weil sie die Möglichkeit haben, dort einzukehren? Sie bezahlen doch nur in dem Restaurant, das sie mit seinem Angebot und Preis-Leistungs-Verhältnis zu einem Besuch anregen konnte. Und wenn es Ihnen nicht geschmeckt hat oder die Bedienung unfreundlich war, kommen Sie nicht wieder.